Lesley Marie Milton ~ Beobachtet (das Kellerzimmer Teil 2)

Achtung Spoilergefahr zu Band 1, an dem dieser Band nahtlos anknüpft. Ohne das Vorwissen aus dem ersten Band, empfehle ich euch diesen Band nur bedingt.

Buchinformation:
95 Seiten | erschienen im April 2013 bei Amazon 
als Ebook: ASIN: B00CJOSPTS | 0,99€
Leseprobe
Rezension zum ersten Band: das Kellerzimmer

Lisa ist völlig hilflos, seitdem Weiterlesen

Peter M. Hetzel ~ Ernten und Sterben

“Wer Radieschen und Möhren von unten sieht, 978-3-95451-079-5ist zweifellos mausetot. Das muss sich Landärztin Albertine von Krokow nicht erklären lassen. Warum aber mussten die beiden Männer ihr Leben ausgerechnet in den sorgsam gepflegten Gemüsebeeten aushauchen? Während die Polizei im Dunkeln tappt, gelangen Albertine
und ihr Nachbar Hubertus zu der Überzeugung, dass Öko-Aktivisten hinter den Taten stecken. Doch als zwei weitere Tote gefunden werden, muss Albertine erkennen, dass sie auf einer tödlich falschen Fährte sind …” (Quelle: Klappentext)

Mordsgaudi!
Es ist wirklich verrückt, im Buchladen wäre ich an diesem Krimi einfach vorbei gegangen, eben weil er der klassischen Optik eines Krimis so gar nicht nachkommt. Eine helle, schon fast freundlich wirkende Covergestaltung, eingefasst mit fühlbaren Nahtstichen und dekoriert mit einem Radieschen. Stellt man sich so ein herrlich skurriles Gemetzel vor? Ich jedenfalls nicht. Bis jetzt.

Und dennoch zeigte sich mal wieder, wie sehr der erste Eindruck täuschen kann.
Zugegeben, Peter M. Hetzel ist kein Unbekannter, seine Buchtipps verfolge ich seit längerer Zeit im Fernsehen und freue mich jedes Mal aufs Neue, wenn er mir mit wenigen Worten die vorgestellten Bücher schmackhaft macht. Und genau so könnt ihr euch diesen Krimi vorstellen.
Knackige Formulierungen, ein gekonntes Spiel mit Worten, so dass allein durch den Schreibstil schwer Langeweile und Eintönigkeit aufkommen kann.

Inhaltlich steht das Buch dem Schreibstil in nichts nach. Personen agieren nicht nur einfach, sie leben. Und das so skurril, dass sie wie Unikate wirken, die durch ihre Art überzeugen und den Leser mitreissen können. Sei es Albertine, die leicht versnobte Landärztin, oder Egon-Erwin, der sensationslüsterne Reporter, oder die beiden Müllers, die bei der Polizei für mehr Chaos als für Ordnung sorgen. So und nicht anders habe ich mir typische Dorfbewohner vorgestellt.
Kombiniert wird das ganze mit Mordszenarien, die es in sich haben. Hierbei scheiden die Opfer nicht halbwegs friedlich aus dem Leben, sondern werden überraschend kreativ abgemurkst. Selbst der Täter ist sehr ausgefallen in der Art und Weise, wie er handelt und auftritt. Lange Zeit konnte ich ihn weder einschätzen, noch hatte ich die geringste Idee, wer er sein könnte. Gut!

Besonders schön sind die kleinen Nickeligkeiten, die für Unterhaltung und Überraschung sorgen. Beispiel: An einer Stelle steht Egon-Erwin vor einem Maschendrahtzaun und, ihr ahnt es sicher, stimmt das passende Lied an, mit dem Stefan Raab uns wochenlang gequält hat. Moooschendraaaahtzaaaoooouuun!
Ergänzt wird das ganze mit dezenten Seitenhieben auf momentane Z-Promis oder TV-Sendungen, die die Menschheit zwar nicht braucht, aber ständig darüber redet. Muss man nicht mögen – ich konnte mich darüber sehr amüsieren. Es ist auch ein netter Kontrast zu dem leicht spießig-piefigen Leben der Dorfbewohner und wirkt dadurch etwas flotter.

Insgesamt hat mich dieser Landkrimi mehrfach positiv überrascht. Der Schreibstil sorgt für gute Unterhaltung, gemordet wird auch ordentlich und was ich besonders mag, man kann und darf mit diesem Krimi auch herzhaft lachen. Bitte mehr davon!

Buchinformation:
221 Seiten | erschienen 2013 im Emons Verlag als
Klappbroschur: 978-3954510795 | 11,90€
Ebook: ASIN B00CD5DI22 | 9,49€

Stefanie Maucher ~ FIDA

Nach einem Besuch in der Stadtbücherei wurde Laura zum letzten Mal gesehen. Was ist mit ihr geschehen? Wie gehen ihre Eltern mit dem Verschwinden des einzigen Kindes um? Das erzählt Stefanie Maucher in ihrem neuen Thriller FIDA. Was würden Sie tun, wenn ihr Kind einfach verschwindet? Wenn Sie nicht wissen ob es noch am Leben oder schon tot ist? Würde Ihre Familie näher zusammenwachsen oder unter der Last auseinanderbrechen? Wann würden Sie die Hoffnung aufgeben? Und wie weit würden Sie gehen, wenn Sie den Täter finden? (Quelle: Kurzbeschreibung Amazon)

Stefanie Mauchers Thriller FIDA thematisiert den Schrecken aller Eltern – das eigene Kind wird entführt und man hat keinerlei Ansatzpunkte es zu finden. Ebenso wenig wissen die Eltern nach Tagen, Wochen und Monaten, was mit ihrem Kind geschah und zerbrechen nahezu an der Ungewissheit. So weit zum Inhalt, den man auch ohne eigenes Kind problemlos nachvollziehen kann.

Überraschend ist dabei, wie perfide, gefühlskalt und widerwärtig der Täter vorgeht. Als Leser lernt man ihn nur als Bestie kennen, die sich nimmt was sie will, ohne Rücksicht auf Verluste. Erschreckt hat mich dabei, wie wenig es mich gepackt hat, es Weiterlesen

Lesley Marie Milton ~ das Kellerzimmer [Rezension]

“Lisa ist die attraktivste Frau in der Straße und immer wie aus dem Ei gepellt. Keiner ahnt, dass die Hausfrau ihrem brutalen Mann Ingmar sexuell hörig ist und sich hinter der braven Fassade des Einfamilienhauses Angst und Schrecken verbergen.
Doch auch Lisas Nachbarinnen haben ihre Geheimnisse. Die selbstbewusste Hanna ist neu in der Kleinstadt und fühlt sich einsam. Der schlampigen Elaine sind Tochter und Mann längst weggelaufen und sie flüchtet sich in Chat-Abenteuer. Nach und nach stellen die Frauen fest, dass ihre Schicksale unwiederruflich miteinander verwoben sind.
Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, als eine der Frauen spurlos verschwindet. Wer kann wem noch trauen?” (Quelle: Kurzbeschreibung Amazon)

Lesley Marie Milton legt mit ihrem Debüt einen soliden, in sich stimmigen Thriller vor. Physische Gewalt spielt zwar auch eine Rolle, im Vergleich zur psychischen Gewalt dennoch eine untergeordnete. An manchen Stellen habe ich vor Abscheu regelrecht Gänsehaut bekommen, da bestimmte Szenen leider sehr gut nachempfindbar sind, obwohl sie von der Autorin nicht detailliert beschrieben wurden – oder vielleicht auch gerade deshalb, die eigene Phantasie ist in dem Fall nicht zu unterschätzen.

Interessant ist der Ansatz, einen Blick hinter die glatte Fassade einer Wohnsiedlung zu werfen. Die schöne Oberflächlichkeit beschreibt die Autorin gut, mir kam sie sogar ein wenig vertraut vor. Die Charaktertypen, die sich tatsächlich hinter der Fassade verstecken, sind allerdings alles andere als schön. Die Damen der Wohnsiedlung könnten aus meinem persönlichen Umfeld stammen – Typ Modell, Moppel, Morgenmantelgammler. Schwer fiel es mir daher nicht, mir die Frauen vorzustellen und Anknüpfpunkte zu entdecken. Vielleicht ein wenig klischeehaft, dennoch wirken die Menschen in ihrer Art echt, auch wenn man sie dafür zum Teil nicht mögen kann.
Besonders Ingmar sticht dabei hervor, ein Ekelpaket von Mann, den man nicht mal seiner schlimmsten Feindin wünschen würde (obwohl…? Nein, besser nicht). Er wütet sich durch das gesamte Ebook und beim lesen hatte ich permanent das schlechte Gefühl, er plant bereits die nächste Grausamkeit. Was allerdings dahinter steckt und warum sich seine Frau diese unsägliche Situation bieten lässt, dürfte den Leser überraschen.

Insgesamt ist “das Kellerzimmer” ein knackig kurzer, gelungener Psychothriller, der einen kritischen Blick hinter die perfekte Fassade der spießig-piefigen Nachbarn wirft. Manche Dinge hätte man dabei aber am liebsten nicht erfahren…

Buchinformationen:
ca 100 Seiten | erschienen 2013 bei Amazon als Ebook
ASIN: B00BWUCNQ6 | 0,99€
Leseprobe
eine unabhängige Fortsetzung ist geplant

Sandra Brown ~ Eisnacht [Rezension]

Ein Eissturm tobt, die Straßen sind spiegelglatt. Als Lilly Martins Wagen ins Schleudern gerät, verletzt sie den einsamen Wanderer Ben Tierney. Gemeinsam suchen sie Schutz in einer abgelegenen Berghütte. Doch dort kriecht die Angst mit kristallscharfen Nadelstichen Lillys Rücken hinab. Ein schrecklicher Mädchenmörder treibt in den Bergen sein Unwesen – und Ben ist ein Mann mit vielen Geheimnissen… Ist der einzige Mensch, der Lilly in diesem tödlichen Strum retten kann, gleichzeitig derjenige, der sie in höchste Gefahr bringt? [Quelle: Klappentext]

Eiskalt ist die Stimmung definitiv – bedingt durch das Wetter. Sandra Brown entwirft ein schaurig kühles Szenario, in denen ihre Darsteller auf ihre ganz eigene Art agieren. So speziell, dass es mir manchmal auch eiskalt den Rücken hinunter lief.

Dutch, Lillys Ex-Mann und Polizist, agiert völlig kopflos, als er Weiterlesen